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Hard-Fußach: Mit Trinkwasser sicher versorgt


Das neue Trinkwasserpumpwerk Mittelweiherburg des Gemeindeverbands Wasserwerk Hard Fußach – Knotenpunkt im Wassernetz.

Die Gemeinden Hard und Fußach haben am 13. Juli 2018 nach langjährigen Arbeiten den Zugang zu einem neuen Grundwasservorkommen feierlich eröffnet. Aus einem Großbrunnen in der Nähe der historischen Mittelweiherburg werden bis zu 60 l/s Trinkwasser gefördert. Das Wasser wird mit vorgereinigter Luft belüftet, über Druckfilter geleitet und in Zwischenbehältern kurz gelagert. Von dort speisen es konstant regelnde Netzpumpen ins Ortsnetz von Hard ein. Dieses verteilt das Trinkwasser im gesamten Ortsgebiet und gibt im Bereich der Rheinbrücke das Wasser nach Fußach ab.

Im Normalbetrieb werden pro Tag rund 5.200 m³ Trinkwasser in die Netze eingebracht. Das neue Pumpwerk erhöht zusätzlich auch die Versorgungssicherheit auf regionaler Ebene: Für den Fall, dass ein Wasserwerk im Nahbereich geplant oder ungeplant ausfällt, kann jetzt jeweils das Nachbarwasserwerk über einen vollautomatisierten Betrieb aushelfen. Der Verbund reicht von Bregenz über Hard, Fußach und Lauterach bis Wolfurt. Für diesen Notverbund wurden separate Leitungen zwischen Hard und Lauterach verlegt und zusätzlich zwei vollwertige Pump- und Übernahmestationen in den Wasserwerken Mittelweiherburg/Hard und Unterfeld/Lauterach errichtet.

Planmäßig kommen die neuen Verbundanlagen erstmals für Baumaßnahmen der ÖBB beim Trassenausbau Lauterach-St. Margrethen und für Baumaßnahmen im Grundwasserpumpwerk Wolfurt zum Einsatz. Die nächsten längeren Einsatzzeiten für den Notverbund sind im Zuge der Hochwasserschutzmaßnahmen an der Bregenzerache zwischen Bregenz und Kennelbach sowie für den hochwassersicheren Ausbau des Alpenrheins zu erwarten.

Technische Daten

  • Fördermenge 60 l/s, Jahresmenge 500.000 m³
  • Hochbaukörper mit 5.000 m³ umbauter Raum
  • Vertikalfilterbrunnen aus sternförmig überschnitten Einzelbohrungen mit separatem Gebäude
  • Eisenentfernung und Filtration von Feinteilen
  • Aufbereitung von Filterspülwasser
  • Zwischenspeicherung 270 m³
  • Druckerhöhung fürs Ortsnetz
  • Druckerhöhung für Abgabe nach Lauterach/Wolfurt
  • Grundwasserschutzmaßnahmen Salbachstraße
  • Notstromanlage
  • Notverbund 1.250 lfm NW 300, abgestimmt auf zukünftige Bahntrasse
  • Grundwasserschutz

Die Anlagen werden sehr lange Zeit in Betrieb sein, die Erhaltung einer langfristig hochwertigen Rohwasserqualität und -menge ist daher oberstes Ziel. Deshalb wurde der Standort für das Pumpwerk so gewählt, dass der Grundwasserschutz in einem Miteinander von Landwirtschaft und Wassernutzung sinnvoll möglich ist – beide Partner profitieren voneinander. Für die Landwirtschaft werden durch die Schutzzone die Flächen vor Verbauung geschützt. Die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Nutzung erhält die schützende Humus- und Pflanzenschichte für den Trinkwasserschutz.

Die Architektur
Den Anforderungen des besonderen Landschaftsraumes Mittelweiherburg wurde in der Architekturplanung des Partners Firm ZT Rechnung getragen. Die großvolumigen Baukörper wurden als längliche Baukörper in derselben Platzierung wie die benachbarten Landwirtschaftsgebäude und die historische Mittelweiherburg geplant. Die drei Gebäude bilden jetzt ein Ensemble mit nutzbarem Raum im Mittelpunkt und erlebbarem Wasser. Der Baukörper hat zwei Wirkungen: Der weite Blick vom Umfeld soll erhalten werden, der dunkle Baukörper tritt weniger in Erscheinung als ein heller.
Im Nahbereich führt der Weg vorbei, dort wird der Baukörper erfahrbar und erlebbar.
Die Dauerhaftigkeit des Gebäudes wird durch die harte Materialisierung betont, der monolithische Baukörper bewerkstelligt die Langlebigkeit. Die Oberflächen der Fertigteile wurden durch die Bearbeitung mit Wasser geformt. Die blaue Emaillierung der Tore nimmt die Wasserspiegelungen auf.
Der Baukörper selbst nimmt sich sehr weit zurück, er bildet nur die Hülle für die Funktion. Die Funktionen im Inneren wurden durch eine Strukturierung der Baukörper in Form von Stufungen nach außen sichtbar gemacht.
Das besondere Schutzbedürfnis der hochsensiblen Infrastrukturanlage wird durch den Verzicht auf Fenster und Gebäudeöffnungen und durch die in der Haptik abweisende Fassadenstruktur umgesetzt. Diese Gedanken wurden von Albert Moosbrugger und seinem Team von Firm konsequent für alle Bauwerke und auch bei der Inneneinrichtung konsequent und hochwertig begleitet.

Gesamtkosten Pumpwerk und Notverbund
3.700.000 Euro für Brunnen, Aufbereitung, Notstrom, Steuerungsanlagen
1.600.000 Euro für Notverbundleitung, Notverbundpumpstationen, Steuerungsanlagen
Umsetzung mit insgesamt 33 beteiligten Firmen, davon 29 aus Vorarlberg, 80 % der Baukosten wurden in Vorarlberg beauftragt.

Unsere Leistungen

  • Begleitung der Voruntersuchungen seit 1990
  • Federführende Leitung aller Pumpversuche, Modellierungen, Qualitätsuntersuchungen
  • Generalplanung für Wasserbau, Elektrotechnik, Verfahrenstechnik, Architektur
  • Örtliche Bauaufsicht, Förderungsabwicklung

 

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